Archäologisches Museum muss eventuell wegen Bombenentschärfung schließen

Lambertibrunnen auf dem Lamberti-Kirchplatz
Lambertibrunnen auf dem Lamberti-Kirchplatz
© Dietmar Rabich, Dülmen/Wikimedia Commons

Am kommenden Sonntag, 11. Oktober 2026, überprüfen Kampfmittelräumer einen Blindgängerverdacht in der münsterschen Innenstadt. Falls eine Entschärfung notwendig wird, muss ab Sonntagmittag der Kern der Altstadt evakuiert werden, wobei auch das Archäologische Museum, das Bibelmuseum und das Geomuseum der Universität betroffen sein können.

Sollte eine Entschärfung erforderlich sein, informieren Stadt und Feuerwehr Münster am Sonntagvormittag über diverse Medien zu anstehenden Evakuierungsmaßnahmen sowie möglicher Sperrungen von Straßen im Innenstadtbereich. Für das Archäologische Museum gilt aktuell die normale Öffnungszeit von 10 bis 18 Uhr. Auch der Vortrag zum "Thema des Monats" (siehe unten) findet nach derzeitigem Stand statt.  

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Terrakotten aus Gerasa

Einblicke in eine Werkstatt der römischen Kaiserzeit
Terrakotten eines Reiters, des Dionysos und der Artemis aus dem Archäologischen Museum Amman
Terrakotten eines Reiters, des Dionysos und der Artemis aus dem Archäologischen Museum Amman
© Trixi Steil

Trixi Steil widmet sich in ihrer Dissertation einer Terrakottawerkstatt im antiken Gerasa (Jordanien) und deren vielfältigen Repertoire aus figürlichen Terrakotten, Masken, Appliken und Tonlampen. Die Werkstatt aus dem zweiten und dritten Jahrhundert nach Christus ist bislang die einzige archäologisch nachgewiesene ihrer Art in Transjordanien. Seit ihrer Erstpublikation 1944 gilt sie als Referenzfund für die Terrakotta-Produktion in Jordanien, wird jedoch von Steil erstmals vollständig untersucht und umfassend publiziert. Am 4. und 11. Oktober wird sie jeweils um 14.15 Uhr im Hörsaal F033 des Fürstenberghauses nach einem Überblick über das dokumentierte Material erste Beobachtungen zu Motivrepertoire und Herstellungstechniken vorstellen. Außerdem vergleicht Steil die Stücke mit weiteren Funden aus dem ostmediterranen Raum und beleuchtet Herstellung, Funktion und überregionale Zusammenhänge der Werkstatt.

Neues Gesicht in der "Römischen Ecke"

© Archäologisches Museum/Yannick Oberhaus

Ab sofort ist in der Dauerausstellung ein neues Gesicht  zu finden – und was für eines: einen Gipsabguss des so genannten "Grünen Caesars". Das berühmte antike Porträt zeigt Gaius Iulius Caesar mit markanten Gesichtszügen, hoher Stirn und ernstem Blick – ganz Staatsmann, Feldherr und eine der bekanntesten Persönlichkeiten der römischen Geschichte. Das Original, das in der Antikensammlung Berlin steht, wurde wahrscheinlich in den Jahren zwischen 25 vor und 50 nach Christus aus ägyptischer Grauwacke gefertigt und im Wadi Hammamat gefunden. Den Gipsabguss wurde uns aus Privatbesitz als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt und erweitert nun die "Römische Ecke" im Untergeschoss.